Schulgeschichte
Über 100 Jahre Bildung, Wandel und Neubeginn am Pestalozziplatz in Dresden-Pieschen.
Ein Ort mit Geschichte
Das Pestalozzi-Gymnasium blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Was 1915 als XI. Bürgerschule begann, hat sich durch Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR und Wiedervereinigung immer wieder gewandelt — und ist doch stets ein Ort des Lernens geblieben.
Die Geschichte unserer Schule ist untrennbar mit der Geschichte des Stadtteils Pieschen verbunden: einem Viertel, das von Industrie, Arbeiterbewegung und dem Willen zur Bildung geprägt ist.
100+ Jahre Pesta
XI. Bürgerschule
Neubau am Riesaer Platz (heute Pestalozziplatz) nach Plänen von Stadtbaurat Hans Erlwein. Das imposante Gebäude bietet Platz für 900 Schüler und kostet 751.331 Mark. Über dem Eingang prangt die Giebelinschrift: «Die Kraft eines jeden Volkes liegt in seiner Jugend.»
29. Volksschule
Die Bürgerschulen werden aufgelöst. Die Schule wird zur 29. Volksschule mit getrennten Mädchen- und Jungenflügeln. Ab Klasse 5 gibt es eine höhere Abteilung, die auf weiterführende Schulen vorbereitet.
Dunkle Jahre
Unter der NS-Herrschaft wird der Unterricht zunehmend ideologisch beeinflusst. Ab 1943 dient das Schulgebäude als Notlazarett. Das gesamte Schularchiv vor 1945 geht in den Wirren der letzten Kriegstage verloren.
Pestalozzischule
Am 2. September beginnt der Neubeginn als Musterschule mit rund 1.500 Schülerinnen und Schülern. Die Schule erhält den Namen des Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi. 1950 legt die erste Abiturklasse ihre Prüfungen ab.
Teilung der Schule
Die Oberschule wird in zwei eigenständige Einrichtungen aufgeteilt, um der wachsenden Schülerzahl gerecht zu werden.
Pestalozzi-Gymnasium
Nach der Wiedervereinigung wird die Schule als Gymnasium neugegründet — mit mathematisch-naturwissenschaftlicher Ausrichtung. Ein neues Kapitel in einer langen Bildungstradition beginnt.
Umfangreiche Sanierung
Von 1996 bis 1999 wird das historische Gebäude grundlegend saniert. Über 6,5 Millionen DM fließen in die Modernisierung bei gleichzeitigem Erhalt der denkmalgeschützten Substanz.
Turnhallenneubau
Die neue Turnhalle wird eingeweiht und ergänzt das Schulgelände um eine moderne Sportstätte für den Schulsport und Vereinsaktivitäten.
100 Jahre Schulgebäude
Das Pestalozzi-Gymnasium feiert das 100-jährige Jubiläum seines markanten Art-Déco-Schulgebäudes am Pestalozziplatz — ein Jahrhundert Bildungsgeschichte in Dresden-Pieschen.
Pieschen — die „Rote Vorstadt"
Als die XI. Bürgerschule 1915 ihre Türen öffnete, war Pieschen ein pulsierendes Arbeiterviertel am Rande Dresdens. Mit 33.000 Einwohnern im Jahr 1910 gehörte der Stadtteil zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Stadt.
Große Fabriken prägten das Bild: Die Eschebach-Werke, Hörmanns Waffelfabrik und die Näh- und Schreibmaschinenfabrik von Clemens Müller boten Tausenden Arbeit. Die Kinder dieser Arbeiter brauchten eine Schule — und bekamen mit dem Neubau am Riesaer Platz ein Gebäude, das bis heute Bestand hat.
Eschebach-Werke
Bedeutender Hersteller von Öfen und Herden, einer der größten Arbeitgeber im Stadtteil.
Hörmanns Waffelfabrik
Bekannte Dresdner Süßwarenproduktion mit Sitz in Pieschen.
Clemens Müller
Fabrik für Näh- und Schreibmaschinen — ein Pionierunternehmen der industriellen Fertigung in Sachsen.
«Rote Vorstadt»
Mit 33.000 Einwohnern im Jahr 1910 war Pieschen ein dicht besiedeltes Arbeiterviertel, geprägt von Industrie und sozialdemokratischer Tradition.
Johann Heinrich Pestalozzi
12. Januar 1746 in Zürich — 17. Februar 1827 in Brugg
„Also bin ich ein Werk der Natur. Ein Werk meines Geschlechts. Und ein Werk meiner Selbst.“
Denker und Reformer
Beeinflusst von Rousseau, Kant und Fichte sowie der französischen Aufklärung. 1789 wurde Pestalozzi die französische Ehrenbürgerschaft verliehen — als Anerkennung seiner pädagogischen Verdienste.
Kopf, Herz und Hand
Pestalozzis Bildungsideal verbindet intellektuelle, emotionale und praktische Bildung zu einem ganzheitlichen Ansatz. Dieses Prinzip ist bis heute das Leitbild unserer Schule.
Pädagogisches Wirken
Vom Waisenhaus in Stans bis zu seiner berühmten Erziehungsanstalt in Yverdon (ab 1805) entwickelte Pestalozzi seine Methode: Vom Anschauen zum Begreifen, vom Konkreten zum Abstrakten.
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